glückliche Frau
Gott übertrifft unsere kühnsten Erwartungen unendlich

Missgriff

Unendlich? Einen Traum träumen, der nicht wahr werden kann? Eine Hoffnung hegen, die alle nur denkbaren Hoffnungen maßlos übersteigt? Eine Sehnsucht, die so groß ist, dass man sich nicht einmal sich selbst gegenüber traut, das auszusprechen, was man im Herzen trägt? Und dann kommt jemand vorbei und sagt: Das, wovon du träumst, wird noch unendlich übertroffen! Ich würde diesen Menschen zumindest einfach komisch anschauen…

Gestern sah’s in mir nicht gerade friedlich aus. Ich meine, tief unten schon, aber das Meer meiner Seele war an der Oberfläche ziemlich aufgewühlt. Und zur Krönung des wirren Tages betete ich unversehens auch noch die verkehrte Vesper (die Vesper ist der am Abend gebetete Teil des Stundengebetes, das offizielle Gebet der Kirche). Und gerade da schlug es ein, bei der sogenannten Kurzlesung der „verkehrten“ Vesper:

Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, er werde verherrlicht durch die Kirche und Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten.

(Eph 3:20-21)

Und erneut wurde mir klar: Es stimmt! Beim Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel feiern wir nicht nur den Triumph des Lebens über alle Formen des Todes, menschlicher Verworrenheit und Sünde, wir feiern nicht nur die Tatsache, dass Gott aus „verkehrten“ Vespern, Lebenssituationen, verwickelten Umständen und Tatsachen Gutes herausholen kann… Nein! Auch das wäre noch viel zu wenig!

Gott übertrifft unsere kühnsten Erwartungen UNENDLICH. Gott will eine Fülle schenken, deren Ausmaß man sich noch nicht einmal ausdenken, geschweige denn erbitten kann. Das ist es, was wir heute feiern.

Die Heiligen unterscheiden sich von uns in ihrem Gottvertrauen, in ihrem Vertrauen darauf, dass er ihnen alles geben wird, was sie brauchen und in ihrer Entschlossenheit, alles wirklich anzunehmen, was er dann verfügt.

Hl. Teresa von Avila (1515-1582)

Das wünsche ich uns allen an diesem Hochfest: Ja zur Gabe Gottes zu sagen, die Fülle von Gott zu erbitten und sie anzunehmen – gerade dann, wenn wir nicht verstehen, dass die überreichte Gabe Fülle verbirgt.

Zur Betrachtung

„Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“

(1 Kor 2,9)

Titelbild: Fotolia_91013897_XS

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