Mit Erlaubnis von Kurosch Bohranian

[Berufung Blog]
Licht und Schatten

Ich sitze an diesem regnerischen und kalten Christkönigssonntag 2013 in der Kapelle und lese. Der Inhalt fesselt mich. 1983, Costa Rica, Johannes Paul II. spricht über die Größe des Menschen.

Und ich weiß, der Herr hat mir gerade die heutige Predigt ins Herz gelegt. Und auch weiß ich: Die Worte werden immer der Sehnsucht hinterherlaufen.

Licht und Schatten: Ach ja, davon könnte wahrscheinlich jeder ein Lied singen. Das Ringen zwischen der Dunkelheit und dem, was zum Licht führt, gibt’s wirklich, wahrscheinlich ist mir das aber erst als Priester so wirklich bewusst geworden: in die atemberaubende Größe von Menschen hineinblicken zu können, in deren Inneres, deren Herz man als Priester einen kurzen Blick werfen darf – aber auch die Tragik anderer zu sehen, die es nie ganz zu schaffen scheinen, aus der inneren Versklavung ausbrechen zu können.

Und da ruft einer in der Finsternis. Er ruft Worte des Lichts und lädt uns ein, einen Weg zu gehen. Es lohnt sich! Es lohnt sich, sich für das Licht einzusetzen, für ihn, der von sich sagte, er sei das Licht selbst.

Berufung heißt, diesen Ruf nach dem Licht zu hören. Berufung heißt, nicht gleichgültig der Not gegenüberzustehen. Berufung braucht den Mut, das eigene Ich nicht als einziges Kriterium für die Berufungsentscheidung anzusehen. Berufung braucht das In-Sich-Horchen, um den Herzschlag Gottes für die Welt mithören und den eigenen Herzschlag in seinen hineinzulegen zu können, sodass er ihn verwandle in seinen eigenen. Berufung braucht Größe. Und, wie Johannes Paul II. schon drei Jahre vor Costa Rica auf seiner Deutschlandreise in Fulda sagte: Christus erinnert den Menschen, dass er vor allem ein Anrecht auf eine Größe hat, die ihn selbst übersteigt, und dass die Kirche ein Anrecht auf diese Größe hat, auf die Größe eines Menschen, der im vollen Vertrauen auf Gott sich ihm ganz zur Verfügung stellt, sich ihm völlig hingibt. Gerade davon ist das Zölibat das schönste Zeichen und erhabenste Geschenk.

Die Zukunft liegt in den Händen der Menschen, die in der Gegenwart leben. Hoffentlich wird sich die Zukunft an Menschen erfreuen können, die sich IHM heute zu schenken bereit sind.

Übrigens, Stichwort Berufung: Wir fahren am Wochenende vom 13. bis 15. Dezember nach Rom zur Priesterweihe von mehr als  30 Mitbrüdern. Wer Interesse hat: Bitte sich bei mir melden.

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