[Theologie des Leibes Blog]
Am Limit leben

„Liebe beweist sich größer als das, was der Körper auszudrücken fähig ist“, sagte Johannes Paul II. Und Platon: „Was suchen zwei Liebende, wenn sie einander lieben? – Sie wissen es nicht wirklich. Sie erahnen es nur.“

Es stimmt. Was sie suchen, übersteigt beide. Aber sie wollen es. Und doch, jeder Versuch, die Liebe auszudrücken, verfehlt das Ziel. Es ist immer zu wenig, egal was man tut. Man spürt: Da gibt es eine Grenze. Ja, „keine größere Liebe gibt es als die, die das eigene Leben hingibt für die Freunde“, aber wenn man tot ist, kann man nicht mehr lieben. Der Tod ist eine Grenze, mehr geht nicht. Liebe zielt auf Ewigkeit, will alles umfassen, kann es aber nicht. Oder vielleicht doch?

Johannes Paul II. erinnert: Die Unzulänglichkeit der Liebe wird wieder zur Körpersprache. „Ich bin krank vor Liebe“, drückt es das Hohelied der Liebe aus. „Die Liebe ist rastlos wie die Unterwelt.“ Im eigenen Körper offenbart sich eine tiefe Wahrheit über den Menschen. Er verlangt nach etwas, das ihn selbst übersteigt. Sein eigener Körper ist dafür Zeuge. Er deutet über sich selbst hinaus, erinnert uns: Du bist zu einer Gemeinschaft berufen, die völlig erfüllt, völlig beglückt, völlig deine kühnsten Sehnsüchte übertrifft.

Die Erfahrung der Sehnsucht, die eine Liebesbeziehung lostreten kann, ist das Fernrohr, das über die Grenze schauen lässt.  Am Limit lebt der, der über die Grenze schaut und sich danach streckt. Es verliert der, der wegen Unzulänglichkeit zu zweifeln beginnt, dass es etwas jenseits der Grenze gibt. Es verliert auch der, der das Fernrohr vergöttlicht, der denkt, erotische Liebe wäre alles, der vergisst, der Körper ist ein Botschafter einer unendlichen Liebe, aber nicht diese Liebe selbst.

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