Wie gehe ich mit Trockenheit im Gebet um?

Das ist der 22. Einkehrtag zum Thema geistiges Wachstum. Wobei Trockenheit im Gebet zuweilen auf die eigene Lauheit zurückzuführen ist, öfters geht es um eine Reinigung der Liebe, nach dem Motto: liebst du mich oder liebst du was ich dir gebe? Liebst du mich, oder liebst du was du aus unsere Beziehung für dich selbst bekommst? Die Frage bleibt aber, wie damit umgehen?

Dieser Einkehrtag steht im Kontext der Serie von Einkehrtagen zum Thema geistiges Wachstum. Wenn man die Einkehrtage für sich zu Hause macht, könnte man sie zB so gestalten:

8.30 Uhr: Vortrag, Fragebogen / 10.30 Uhr: Betrachtung / 11.15 Uhr: Schluss

oder Abends: 19.00 Vortrag & Fragebogen / 21.30 Betrachtung / 22.15 Schluss

Dieser Einkehrtag ist so aufgebaut:

1. Vortrag: kontemplative Trockenheit (siehe den Track oben)

2. Fragebogen: Dankbarkeit (siehe unten)

3. Betrachtung: Verfügbarkeit: hier der Track:
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FRAGEBOGEN: DANKBARKEIT:

DANKBARKEIT

1. Wie oft sage ich ehrlich und bewusst das Wort „Danke!“ „Danke schön“?

2. Wie ausgebildet ist in mir die Tugend (gute Gewohnheit) der Dankbarkeit? Bin ich von dessen Fundament überzeugt: das Bewusstsein, dass mir nicht einfach alles zusteht, sondern sehr viel empfangen habe, ohne mein Zutun? Das letztlich, eigentlich alles Geschenk ist?

3. Bin ich Gott dankbar? Betrachte ich die physischen Gaben, die er mir gegeben hat? Erscheint es mir als das Normalste, dass ich sie besitze?: a. Die intellektuellen Begabungen, die ich habe – erachte ich sie als etwas „Erhaltenes“? b. Die übernatürlichen Gnaden (dass ich erlöst bin, Kind Gottes sein darf, Teilhabe an seinem Leben, die Gaben des Heiligen Geistes, Glaube, Hoffnung, Liebe, Eucharistie, Taufe, Ehesakrament, Firmung, Heilige Schrift, Eingebungen des Hl. Geistes usw.) c. Die Berufung als Christ, „heilig und makellos zu sein vor seinem Angesicht“, hineingeholt worden in die Gemeinschaft mit dem Sohn durch den Heiligen Geist, die seit aller Ewigkeit besteht? d. Danke ich ihm auch für die Familie, in die er mich geboren hat und für die Umstände, in denen er mich bis zum jetzigen Zeitpunkt hat leben lassen? Glaube ich, dass all das Gaben Gottes sind, oder erachte ich sie als das Normalste?

4. Führt mich die Dankbarkeit Gott gegenüber zu einer Einstellung der Verfügbarkeit? Herr, wie du es willst? Bin ich bereit von meinen Vorstellungen und Erwartungen loszulassen, wenn es anders kommt? Erdulde, erleide oder umarme ich es mit Liebe?

5. „Alles ist Geschenk“ – Hl. Therese v. Lisieux. Natürlich muss man diesen Satz richtig verstehen. Das heißt nicht, zB, wenn ich krank bin, dass man nicht etwas unternehmen sollte, um wieder gesund zu werden. Und trotzdem, Königsklasse: Sehe ich auch im eigenen Kreuz eine Gabe? (Gelegenheit in der Liebe zu wachsen, zu „ergänzen in meinen Leib was am Leiden Christi noch fehlt (Kol 1,24)“ „Alles ist Geschenk“: Kann ich das ehrlich sagen? Ist mein Vertrauen auf Gott schon so groß, dass ich auch die Widrigkeiten als Geschenk sehen kann? Als Gelegenheit „in meinem Leib das zu ergänzen was an den Leiden Christi noch fehlt“? Sehe ich die Ursache des Frustes öfters darin besteht, dass ich ein Umstand, ein Ding, ein Mensch usw. nicht als Geschenk annehmen kann?

6. Wenn mir Gott etwas gewährt, worum ich ihn mit großem Nachdruck gebeten habe: Danke ich ihm dann mit dem gleichen Eifer und Nachdruck? Und wenn er es mir nicht gewährt?

7. Was bedeuten mir Gebete des Dankes wie nach dem Essen, am Schluss einer Gebetszeit?

8. Danke ich Gott für gewöhnlich für die sowohl physischen als auch geistigen Gefahren, von denen er mich befreit hat? Wie äußert sich diese Dankbarkeit gegenüber Gott? Lediglich durch Worte? In einem aufrichtigen Erkennen seiner Souveränität über mich? In einer sorgfältigen und dauernden Vertrauen in seinem göttlichen Willen als himmlischer Vater?

9. Bin ich meinen Eltern, Vorgesetzten, Lehrern, usw. dankbar? Habe ich all die Wohltaten vor Augen, die ich durch sie bekommen habe? Die intellektuellen, die physischen und zwischenmenschlichen? Danke ich ihnen für ihre Hingabe und für ihre Opfer, für ihre Orientierungen und ihre Gebete, für die von ihnen empfangenen Gefallen und Auszeichnungen oder bin ich praktisch der Meinung, dass sie mir all das schuldig sind? Oder denke ich nur an dem, was sie mir gegenüber schlecht gemacht, getan haben und verkenne so das Gesamtbild?

10. Lässt mich die verletzte Eigenliebe die empfangenen Wohltaten vergessen? Lässt diese mich bis zur innerlichen oder äußerlichen Ungerechtigkeit und Verbittertsein gelangen?

11. Bin ich meinen Mitmenschen, vor die am nächsten Stehende, aufrichtig für ihre Dienste dankbar, selbst für die aller kleinsten oder glaube ich, dass es wahrhaftige „Dienste“ sind, die sie mir schuldig sind?

12. Verstehe ich es, die Gefallen der anderen mit Schlichtheit anzunehmen oder denke ich, dass ich mir selber genüge? Das heißt, weiß ich dankbar die Nächstenliebe anderer anzunehmen?

13. Danke ich durch Wort oder durch sms, mail, Blick usw. Menschen, die mir gutes erwiesen haben? Habe ich ein Bedürfnis für das von mir an Gutem durch andere erfahrenen, auch dafür zu danken?

PRC AGD

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